Wir sind täglich mit Verpackungen konfrontiert. Und doch verschwenden die wenigsten von uns je einen Gedanken daran. Dabei ist unser Leben ohne Verpackungen nicht mehr denkbar. Oder wie würden wir die Milch aus dem Supermarkt nach Hause transportieren ohne ein praktisches Tetrapack? Und wie würden wir die Milch zu Hause lagern? Transport und Lagerung sind nur zwei von vielen weiteren Diensten, die eine Verpackung täglich für uns leistet.

Was Verpackung leistet

Eine Verpackung umhüllt ein Produkt und lässt sich im Idealfall problemlos wieder entfernen. Das zu verpackende Produkt nennen wir Packgut, und das fertig verpackte Produkt ist ein Packstück. Mehrere Packstücke desselben Packgutes können zu einer Sammelpackung zusammengefasst werden. Gewisse Verpackungen bilden unter anderem aus mehreren Packgütern oder Sammelpackungen eine logistische Einheit, so zum Beispiel 500 Lebensmittel-Packgüter auf einer Palette mit Stretchfolie umwickelt. Die Verpackung selbst wird in zwei Teile unterschieden. Erstens besteht sie aus dem Packmittel, welches das Packgut hauptsächlich umgibt, und zweitens besteht sie aus dem Packhilfsmittel, welches das Verschlussmedium oder die Polsterung umfasst, zum Beispiel das Klebeband und die Luftpolsterfolie.

Fast alle Produkte können ohne eine entsprechende Verpackung nur schlecht oder gar nicht gelagert, transportiert oder abgegeben werden. Ganz besonders betroffen sind hier Lebensmittel, die ohne eine geeignete Verpackung rasant verderben würden. Verpackung hat grundsätzlich folgende Funktionen:

1. Schutzfunktion

Verpackung schützt. Eine Verpackung soll das Packgut vom Hersteller über den Transport in den Laden bis hin zum Verbraucher vor Beschädigung, Verunreinigung, Umwelteinflüssen, Verderben und Diebstahl schützen.

2. Dosierung

Verpackung dosiert. Gewisse Verpackungen sind wiederverschliessbar und erlauben es, nur eine gewisse Teilmenge des Packgutes zu entnehmen und den Rest für den späteren Gebrauch aufzuheben. Manche dieser Verpackungen haben sogar eine eingebaute Dosierhilfe, wie z.B. die Deckel von Reinigungsmittel-Flaschen.

3. Information

Verpackung informiert. Auf Verpackungen finden wir nützliche Hinweise zu Anwendung, Verfallsdatum, Aufbewahrung, Zusammensetzung, Herkunft, Allergiehinweise usw. des Packgutes. Ebenfalls findet der Verbraucher hier Informationen zu Entsorgung und Recycling der Verpackung selbst.

4. Werbung

Verpackung wirbt. Die Oberfläche der Verpackung bietet die ideale Werbefläche für das enthaltene Packgut. Schriftzüge, Logos, Farbe und Form der Verpackung werden in langwierigen Prozessen von der Marketingabteilung des Packgut-Herstellers entworfen und designt. Das psychologische Kaufverhalten der Zielgruppe spielt für die Gestaltung der Verpackung eine enorm hohe Rolle. Eine weitverbreitete Werbeform ist das Bedrucken von Faltschachteln und Kartons sowie die Verwendung von bedruckten Klebebändern.

5. Lagerfunktion

Verpackung lagert. Für die Lagerung gibt es verschiedene Aspekte zu berücksichtigen. Erstens sollte die Verpackung eine möglichst platzsparende Aufbewahrung gewährleisten zum Beispiel durch Stapelbarkeit, zweitens ist jene Verpackung zu wählen, die das Packgut über die gewünschte Lagerdauer frisch und unversehrt hält.

6. Transportfunktion

Verpackung transportiert. Beim Transport ist zu den bereits erwähnten Eigenschaften für die Lagerung auch noch ein besonderes Augenmerk auf die Stabilität und die Schutzeigenschaften der Verpackung zu werfen. Während des Transports sind Packgüter nicht selten Stössen, Schlägen und erheblichen Erschütterung ausgesetzt. Auch grosse Temperaturschwankungen können je nach Transportart und Transportweg auf das Packgut einwirken. All diese möglichen Einflüsse müssen berücksichtigt werden, so dass die bestmögliche Verpackung gewählt werden kann.

7. Zusatznutzen

Verpackung nützt. Nebst den primären Aufgaben der Verpackung (Schutz, Dosierung, Information, Werbung, Lagerung und Transport) kann eine Verpackung für den Verbraucher auch einen Zusatznutzen aufweisen. So lassen sich etwa viele Verpackungen von Mikrowellengerichten direkt auch als Kochgeschirr und Teller verwenden. Manche Verpackungen gehen durch integrierte chemikalische Vorgänge sogar bereits so weit, dass sie den Inhalt ohne Kochplatte oder Mikrowelle erhitzen. Oder für einen Logistiker besteht ein möglicher Zusatznutzen darin, dass eine Verpackung so konzipiert ist, dass sie sich auf einer Palette problemlos stapeln lässt.

Verpackungsfolie

Heutzutage kennen wir die unterschiedlichsten Verpackungsfolien. Jeder Anwendungsbereich stellt unterschiedliche Anforderungen, die für eine unproblematische Verarbeitung erfüllt sein müssen. Manche Folien müssen besonders reissfest sein, während bei anderen das Augenmerk eher darauf liegt, wie gut und wie weit sie sich dehnen lassen. So unterschiedlich diese Folien aber auch alle sein mögen, so haben die meisten von ihnen doch eines gemeinsam: Ungefähr 90 % aller Verpackungsfolien sind aus Polyethylen (PE) gefertigt.

PE-Folien werden aus Erdöl durch das sogenannte Extrudieren hergestellt. Und zwar wird hierfür das Erdöl in einer Raffinerie zu Granulat verarbeitet, welches dann in einem Extruder langsam erhitzt und zu einer zähflüssigen Masse zusammengeschmolzen wird. Durch feine Düsen wird diese Masse zu einem grossen endlos Schlauch aufgeblasen. Beim Aufsteigen kühlt sich der entstandene Schlauchballon ab, bis die Masse sich verfestigt.

Folien, die sehr dünn sein müssen, werden danach durch Walzen gepresst, bis die gewünschte Stärke erreicht ist.

Spezielle Eigenschaften, die eine Folie später haben soll, werden dadurch erzielt, dass man beim Schmelzvorgang im Extruder die gewünschten Zusätze (wie z.B. Farbe für blickdichte Folien) hinzugibt, wobei diese sich mit dem schmelzenden Granulat verbinden.

Stretchfolie

Die Stretchfolie ist eine Verpackungsfolie welche besonders dehnfähig sein muss. Bei einer maschinellen Wicklung (Verarbeitung) wird diese Folie bis auf das drei Fache ihrer ursprünglichen Länge gedehnt. Da Stretchfolie aber nur zwischen 20 bis 25 my stark ist, muss sie neben ihrer Dehnfähigkeit auch noch sehr reissfest sein. Denn nichts ist ärgerlicher, als wenn man bei einer Wickelmaschine alle paar Laufmeter die Folie neu einspannen muss, weil sie gerissen ist. Dies würde viel Zeit kosten und den Arbeitsablauf erheblich erschweren. Gerade aus diesem Grund ist es sehr wichtig, beim Kauf von Maschinenstretchfolie nicht nur auf den Preis sondern genau so sehr auf die Qualität zu achten.

Stretchfolien gibt es ausserdem noch in weiteren Ausführungen. So kennen wir beispielsweise noch die Handstretchfolie, welche in etwa dieselben Merkmale wie die Maschinenstretchfolie aufweist. Die Rollen unterscheiden sich meist nur in der Anzahl Laufmeter an Folie, die sich auf der Rolle befinden, da eine ganze Rolle Maschinenstretchfolie zu schwer wäre, um sie problemlos mit purer Muskelkraft verarbeiten zu können.

Maschinen- und Handstretchfolien finden beide ihren Einsatz in der Warensicherung. Umwickelt man eine Palette oder einen Rollbehälter mit Stretchfolie, so verhindert dies das Verrutschen oder gar den Verlust von Waren während des Transports.

Ein weiteres Stretchfolienprodukt ist die Bündelstretchfolie. Diese Rollen sind mit nur 10 cm Breite wesentlich schmaler als Hand- und Maschinenstretchfolien und sind – wie es der Name schon sagt – nicht zur Warensicherung, dafür aber viel eher zur Bündelung von einzelnen kleineren Warenteilen geeignet.

Luftpolsterfolie

Die Luftpolsterfolie besteht aus zwei Schichten Polyethylen-Folie, zwischen welche lauter kleine Luftkissen eingearbeitet sind. Durch diese Luftblasen hat Luftpolsterfolie extrem hohe Schutz- und Polstereigenschaften, und für manche Leute auch ein hohes Suchtpotential. Denn wer kann schon dem Drang wieder stehen, diese kleinen Luftblasen eine nach der anderem mit dem allseits bekannten „Plopp“ zerplatzen zu lassen? Es gibt mitlerweile sogar ganze Fangemeinschaften rund um die beliebte „Knallfolie“.

Die eigentliche Funktion von Luftpolsterfolie ist aber natürlich eine andere. Durch ihre sehr guten Polstereigenschaften ist sie für den Schutz von fragilen Teilen während dem Transport oder zur Aufbewahrung sehr gut geeignet. Der einzige Minuspunkt dieser Verpackungsfolie ist ihr grosses Volumen. Durch die ganzen Luftblasen nimmt die Folie sowohl bei der Lagerung als auch in der schlussendlichen Verpackung viel Platz ein, was höhere Kosten zur Folge hat. Will man aber zerbrechliche Gegenstände vor Schaden schützen, gibt es kaum eine bessere Polsterung, als sie die Luftpolsterfolie bietet.

Schaumfolie

Schaumfolie ist eine elastische weisse Verpackungsfolie, die aus Polyethylen gefertigt ist. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht danach aussieht, so wird Schaumfolie doch ebenfalls im Extruder-Verfahren hergestellt. Die schaumartige Beschaffenheit wird durch die Zugabe von bestimmten Additiven beim Schmelzvorgang und durch das erhöhte Einblasen von Luft bei den Sprühdüsen erreicht.

Nebst der Polsterung bietet Schaumfolie auch einen guten Schutz vor Feuchtigkeit und bietet ausgezeichnete Wärmedämmwerte. Sie ist in unterschiedlichen Stärken von einem bis sechs Millimeter erhältlich und daher für die unterschiedlichsten Anwendungen geeignet.

Die Schaumfolie kann unter Umständen eine gute Alternative zur Luftpolsterfolie sein. Sie bietet nicht ganz die gleich hohen Polstereigenschaften, nimmt dafür aber in der Lagerung und im Paket auch deutlich weniger Platz ein, wodurch wiederum Kosten gespart werden können.

Kartonverpackung

Der Werkstoff Karton – oder Pappe, wie ihn unsere Kollegen aus Deutschland nennen – ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ich wage zu behaupten, dass man lange suchen muss, bis man eine Sammelpackung findet, in und an der sich nicht ein einziges Stück Karton befindet.

Dass dieser Stoff derart beliebt und verbreitet ist, hat gute Gründe. Denn kaum ein anderes Material ist so vielfältig wie eine Kartonverpackung. Sie lässt sich problemlos in jeder gewünschten Form herstellen und mit allen nur denkbaren Motiven bedrucken. Ebenso wie der Druck sind auch Prägungen möglich, was einen hochwertigen Eindruck entstehen lässt.

Grundsätzlich unterscheiden wir zwei Arten von Karton. Dies sind erstens der Vollkarton, auch Graukarton genannt, und zweitens der Wellkarton.

Entsorgung von Verpackungen

Einwegverpackung

Für Einwegverpackungen gibt es nach dem Gebrauch nur einen möglichen weiteren Weg. Dieser führt entweder in die Müllverbrennungsanlage oder zum Recycling.

Mehrwegverpackung

Eine Mehrwegverpackung kann nach dem erstmaligen Gebrauch retourniert und eine begrenzte Anzahl von Malen wiederbefüllt/-verwendet werden, bevor Sie dann dem Weg der Einwegverpackung in die Müllverbrennungsanlage oder zum Recycling folgt.

Recycelbare Verpackungen

Eine Vielzahl von Packstoffen ist heute recycelbar. Was so viel heisst, wie dass Abfallgüter, die aus demselben Stoff bestehen, gesammelt und eingestampft/eingeschmolzen werden. Dieser Masse aus wiederverwerteten Stoffen wird immer auch ein gewisser Prozentsatz an neuem Material hinzugefügt, damit aus dieser Mischung schliesslich neue Produkte entstehen können. (z.B. Recyclingpapier, PET-Flaschen, Gläser, usw.)

Kompostierbare Verpackungen

Als Alternative zu den herkömmlichen Packstoffen sind Verpackungen aus kompostierbaren Materialien je länger je mehr gefragt. Sie werden aus biologisch abbaubaren Kunststoffen hergestellt und bestehen teilweise oder komplett aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Stärke, Cellulose oder Polymilchsäure. Verpackungen, die aus diesen Rohstoffen hergestellt wurden eignen sich im Speziellen als Lebensmittelverpackungen.

Recycling von Verpackungen

Papier- & Kartonrecycling

Papier und Karton können bei entsprechenden Sammelstellen abgegeben werden oder man lässt es von Recyclingunternehmen abholen. Aus Recyclingpapier werden die unterschiedlichsten Artikel hergestellt. Da wären z.B. Kopierpapier, Zeitungspapier, Toilettenpapier, Papierhandtücher, Haushaltpapier, diverse Kartonagen, usw. Bei der Herstellung von Recyclingpapier ist der Wasser- und Energieverbrauch in der Regel deutlich geringer, als bei der Produktion von Papier aus Holz. Dadurch ist das Recyclingpapier im Aspekt des Umweltschutzes definitiv zu bevorzugen.

Aluminiumrecycling

Das gesammelte Aluminium wird bei 650-700 °C unter ständiger Bewegung des Ofeninhaltes aufgeschmolzen, wobei Verunreinigungen beseitigt (verbrannt) werden. Danach kann die Masse wieder in eine neue Form gegossen werden. Für die sogenannte Umschmelzung wird weniger als ein Zehntel der Energie verwendet, als man für die Herstellung der Primärerzeugung braucht. Das Aluminiumrecycling weist daher eine sehr hohe Recycling-Effizienz auf.

Stahlrecycling

Stahl kann unendlich viele Male wieder eingeschmolzen und neu in Form gegossen werden und ist mit weltweit 60 mal so vielen Tonnen pro Jahr wie Aluminium der Werkstoff, der am meisten recycelt wird. Damit ist Stahl der Weltmeister unter den recycelten Materialien. Dies ist kein Wunder, wenn man bedenkt, wo Stahl überall Verwendung findet: Hausgeräte, Werkzeuge, Maschinen, Autos, Flugzeuge bestehen ganz oder zu grossen Teilen aus Stahl. Auch beim Bau von Brücken und Gebäuden findet Stahl auf vielfältige Weise Verwendung.

Kupferrecycling

Kupfer gilt als Edelmetall, daher erhält man von den Altmetallhändlern einen guten Preis, wenn man Kupfer zum Recycling gibt. Leider lockt dies oft auch Diebe an, die z.B. auf Baustellen ganze Kupferrollen mitgehen lassen, um diese dann zu verkaufen. Aus diesem Grund muss in der Schweiz nachweislich belegt werden können, woher das Kupfer stammt, welches man verkaufen will. Von den Altmetallhändlern wird dann das Kupfer wiederum weiterverkauft an Kupferhütten, welche den Schrott einschmelzen und zu neuen Produkten verarbeiten.

Eisenschrottrecycling

Was keine Edelmetalle sind, wie z.B. Aluminium und Kupfer, wird als Eisenschrott zusammengefasst und von dem Schrotthändler eingesammelt. Der Eisenschrott wird von diesen Spezialisten in die verschiedenen ursprünglichen Materialien getrennt und weiterverkauft. Die Metalle werden dann wieder eingeschmolzen, um neue Gegenstände herzustellen. Schrott hat in der Industrie den gleich hohen Stellenwert wie Eisenerz als Ursprungsmaterial.

Glasrecycling

Altglas wird in Altglascontainern gesammelt, wo es direkt bei der Abgabe nach Farbe getrennt wird. Die Farbtrennung ist deshalb wichtig, weil beim Schmelzprozess eine einzige Buntglasflasche ganze 500 kg Weissglas einfärben würde. Umgekehrt würde das Weissglas das Buntglas aufhellen und so den Lichtschutz für den späteren Inhalt mindern. Mittlerweile werden auch elektro-optische Sortiermaschinen zur Hilfe genommen, um das Endergebnis zu optimieren. Eine Vorsortierung von Hand ist jedoch nach wie vor unerlässlich. Nach erfolgter Sortierung werden die gebrauchten Glasverpackungen eingeschmolzen und ohne jeglichen Qualitätsverlust zu neuen geformt.

(c) FRIMA-PAC AG, 18.08.2016 / UBO